Wenn du dich wirklich aus der Masse hervorheben willst, sei eine gute Zuhörerin oder ein guter Zuhörer.
Das klingt simpel. Ist es aber nicht. Denn die meisten Menschen hören gar nicht mehr wirklich zu – sie warten nur darauf, wieder senden zu dürfen.
Ich bin Dan Mor, seit 25 Jahren im therapeutischen Bereich als Heilpraktiker, Coach und Seminarleiter. Ich helfe Menschen, ihre Energie zu befreien und aus Problemen herauszuwachsen.
Zu viel Yang – und was das mit uns macht
Von klein auf werden wir gezwungen zuzuhören. Junger Mann, jetzt hören wir mal zu. Von allen Seiten kommen Impulse auf uns ein. Yang – das gebende, sendende Prinzip. Wir sind die Empfangenden. Yin.
Aber wenn wir zu viel zuhören müssen, geistig verstopfen wir. Wir können das alles nicht mehr verarbeiten. Und dabei verlernen wir ausgerechnet das, was am wichtigsten wäre: wirklich gut zuhören zu können – besonders dann, wenn es wirklich zählt.
Bei oberflächlichem Small Talk ist das mehr oder weniger egal. Aber wenn wir mit Freunden, Partnerinnen oder Partnern Quality Time verbringen wollen – haben wir dann noch die Kapazität, die Worte des geliebten Menschen wirklich in uns schwingen zu lassen?
Zuhören ist wie Berührung
Eine einzelne Berührung kann uns tief berühren, bewegen, sogar transformieren – wenn wir es zulassen. Wenn wir zulassen, dass sie uns innerlich erreicht. Wenn wir Yin sind. Empfangend. Beweglich.
Genauso ist es mit Zuhören.
Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr euch mit jemandem unterhalt und schon merkt, während ihr noch sprecht, dass das Gegenüber längst seine nächste Antwort formuliert? Nicht mehr im Empfangen ist, sondern schon wieder im Senden?
Kommunikation ist im Idealfall ein Wechselspiel von Yin und Yang. Der eine hört gut zu, während der andere etwas von sich gibt – und umgekehrt. Wenn alle nur noch im Yang-Modus sind, senden, senden, senden, aber keinen Raum mehr finden, der sie empfängt – gibt es Probleme in Beziehungen.
Im Internet ist das besonders extrem. Überall Impulse, die uns erreichen wollen. Verkaufsimpulse. Aufmerksamkeitsimpulse. Alles Yang, das sagt: Hör mir zu. Schenk mir deine Zeit. Deine E-Mail. Deine Energie.
Yin Yang Balance neu sortieren
Wenn wir das einmal klar sehen, eröffnen sich viele Möglichkeiten. Wir können genauer filtern: Was bringt mir wirklich einen Qualitätsgewinn – und was filtere ich konsequenter raus?
Dasselbe gilt in Beziehungen. Es gibt Freunde, die wie ein sprudelnder Quell von inspirierenden Ideen sind – und man hört gerne zu. In anderen Beziehungen ist man selbst mehr der Initiator. Das ist kein richtig oder falsch. Es ist nur das, was wir mehr oder weniger genießen können.
Der Raum, in dem wir gesehen werden
Besonders in emotional aufgeladenen Momenten wünschen wir uns einen ganz bestimmten Raum: gesehen werden. Gehört werden. Nicht analysiert, nicht gecoacht, nicht unter die Lupe genommen. Einfach einen Raum, der von unserem Partner oder unserer Partnerin gehalten wird.
Und gleichzeitig ist es natürlich wichtig, dass wir selbst wieder lernen, dieser Container zu sein. Präsent zu sein, ohne gleich dazwischenzugehen, nachzuhaken, zu analysieren oder den anderen unter Druck zu setzen. Dadurch wird Kommunikation zu einer wesentlich heilsameren Erfahrung.
Eines meiner liebsten Hobbys – das Improvisationstheater – lebt genau von diesem Prinzip. Spielangebote wirklich hören, zulassen und darauf eingehen. Wenn alle nur Yang sind, kann kein entspanntes Spiel entstehen. Und glückliche Beziehungen leben unter anderem auch von Spiel und einer guten Yin-Yang-Dynamik.
Warum wir manchmal gar nicht zuhören wollen
Es gibt noch einen anderen Grund, warum wir manchmal nicht zuhören wollen – einer Person, einem Thema, dem Leben selbst.
Weil wir im Geheimen noch eine kleine Wut auf jemanden haben. Oder Angst davor, uns berühren zu lassen – und was das mit uns machen würde.
Vergebung ist hier ein wichtiger Schlüssel. Denn Vergebung macht uns wieder empfänglicher in den Bereichen, wo alter Schmerz uns verstopft.
Vergebung wird oft missverstanden. Sie heißt nicht, dass ich alles mit mir machen lasse. Sie heißt nicht, dass ich immer nett bin oder immer lieb gucke. Vergebung ist ein Prozess des Loslassens, Heilens, Integrierens von schmerzhaften Ereignissen – bei dem wir unser Herz reinigen und erleichtern. Dadurch stellt sich mehr und mehr ein friedliches Lebensgefühl ein.
Viele Heilungsprozesse kommen zum Stoppen. Und können erst dann weitergehen, wenn jemand sich selbst vergibt, einer anderen Person, einer Situation der Vergangenheit – oder dem Leben selbst.
Zuhören können – auch dem Leben selbst
Zuhören bedeutet nicht nur, auf andere Menschen zu hören. Sondern auch auf Tiere, auf die Natur – oder, wenn du das magst, auf Geistführer und Engel. Im Schamanismus sind wir der Überzeugung: Alles lebt. Und alles kommuniziert.
Das bedeutet, wir können in eine aktive Kommunikation eintreten mit dem Leben selbst. Das Leben spricht zu dir. Die Hinweise für deine Lebenswegplanung sind überall – wenn du sie wahrnehmen möchtest.
Aber dieses Zuhören funktioniert nur, wenn der Geist ruhig und empfänglich ist. Ein übererregter, überreizter, mit Informationen überfrachteter Geist ist irgendwann nicht mehr empfänglich. Deshalb ist die Reduzierung unnötiger Reize so wichtig – und das Lernen, sich selbst in einen Yin-Zustand zu bringen. Empfangend. Offen. Still.
Und dann einfach zuhören.
Was jetzt?
Wenn du spürst, dass da Bereiche in dir sind, die wieder empfänglicher werden wollen – dass alte Schmerzen dich verstopfen und Vergebung ein nächster Schritt sein könnte – dann bin ich für dich da.
Eins-zu-eins-Coaching, Seminare, energetische Blockadenlösung und Meditationsformate – online und in meiner Praxis in Hannover.
Wenn du bereit bist, wieder wirklich zuzuhören – melde dich gerne.